Sucht und Depression

Psychische Erkrankungen, insbesondere Depressionen und Suchterkrankungen, zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Ungefähr ein Drittel der Menschen mit affektiven Störungen weist, auf die Lebenszeit bezogen, einen Substanzmissbrauch aus. Bei etwa einem Viertel aller alkoholkranken Männer und der Hälfte der alkoholkranken Frauen treten Depressionen auf.

Depressive Störungen können durch Suchtmittelkonsum verursacht werden. Umgekehrt erleben wir immer wieder, dass Menschen Suchtmittel konsumieren, um auf ihre depressive Stimmungslage Einfluss zu nehmen. Dies kann kurzfristig hilfreich sein. Allerdings kann der Konsum von Suchtmitteln mittelfristig depressive Erkrankungen verschlimmern. So entstehen negative Entwicklungen, aus denen ohne fachgerechte Hilfe nur sehr schwer heraus zu finden ist.

Die Suchtberatung Freiburg hat sich vorgenommen, für Menschen, die sowohl von einer Suchterkrankung betroffen sind als auch unter Depressionen leiden, passende Angebote zu entwickeln und vorzuhalten. Wir wollen dabei beide Störungsbilder gleichzeitig in den Blick nehmen und so bessere Beratungs- und Behandlungserfolge erzielen.

Um dies zusätzlich stemmen zu können, haben wir bei der Aktion Mensch einen Projektförderantrag gestellt und eine Zusage erhalten. Seit dem 1. November 2014 steht uns dazu eine 50%-Stelle zur Verfügung. Die Laufzeit des Projekts beträgt drei Jahre.

Seit Jahresbeginn 2015 werden bei allen neuen Klientinnen und Klienten zusätzlich zur üblichen Suchtanamnese Screenings durchgeführt, um depressive Erkrankungen erkennen und gegebenenfalls diagnostizieren zu können. Die Screenings bestehen zunächst aus lediglich zwei Fragen. Erhalten wir hierdurch den Hinweis, dass eine depressive Problematik vorliegen könnte, gehen wir dem mit Hilfe eines Fragebogens weiter nach. In der folgenden Beratung und Behandlung thematisieren wir dann immer wieder den Zusammenhang zwischen Suchtmittelkonsum und Depressivität.

Für Interessierte haben wir einen Kurs entwickelt, in dem wir Kenntnisse zu Abhängigkeitsentwicklungen und zu depressiven Störungen sowie die Zusammenhänge zwischen Suchtmittelkonsum und Depressivität vermitteln und über Behandlungsmöglichkeiten informieren. Der nächste Kurs beginnt am 18.09.2017 um 17:30 Uhr. Weitere Informationen finden Sie im nebenstehenden Flyer.

In der ambulanten Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen in unserer Einrichtung (siehe auch „Ambulante Behandlung“) haben wir als ergänzendes Angebot eine Indikationsgruppe, in der wir auf verhaltenstherapeutischer Basis auf das Thema Depression eingehen.